Hallo Jörg!
Nochmals ein Dankeschön für den tollen Workshop, der uns alle noch
nachhaltig im Geiste beschäftgt. Immerhin werden die U-Bahnfahrten nicht
mehr langweilig, da man jetzt immer was hat, worauf man achten kann.....
Ich hoffe es bietet sich irgendwann nochmal die Gelegenheit diese Dinge aus
dem Workshop aufzufrischen oder zu vertiefen.
Leider ist unser Stundenplan so überfüllt, dass für die meisten
von uns eine eigenständige Weiterbildung in deiner Schule nicht möglich
ist, weil wir wirklich immer in dieser Uni sind.... aber du hast uns ja ziemlich
viel mit auf den Weg gegeben, was es jetzt erstmal umzusetzen gilt.....
Viele Liebe Grüße!
Hier ist ein kleiner Bericht über unseren Workshop:
Nach unserem Alexander-Technik-Workshop haben wir in der Gruppe einen kleinen
Einblick gewinnen können, was Alexander-Technik überhaupt ist und
was man damit machen kann. Am Anfang war ich etwas besorgt, was mich in dem
Workshop erwarten würde. Ich habe inständig gehofft, nicht mit irgenwelchen
Esoteriktechniken oder Glaubensfragen konfrontiert zu werden. Aber meine Befürchtungen
blieben aus! In meinen Augen beschäftigt sich die Alexander-Technik ganz
simpel mit dem was unser Körper und unsere Wahrnehmung uns bietet. Um
es vielleicht sogar noch etwas deutlicher auszudrücken: ..mit dem, was
eigentlich überhaupt unsere Wahrnehmung und unser Körper ist. Denn
schon nach ein paar einfachen Übungen (Ja das Aufstehen und Hinsetzen
kann als Übung betrachtet werden) mit dem richtigen Gedankenanstoß
wurde mir bewusst, dass mein Körper viel mehr Möglichkeiten der
Wahrnehmung bietet, als ich bisher "bereit war" zur Kenntnis zu
nehmen. Somit hab ich bei dem Workshop für mich gelernt, dass eine Verbindung
zwischen Körper (Motorik) und Geist (Wille) entstehen muss, bzw. verfeinert
werden muss. Ebenso ist es fast erschreckend, wenn auch nicht sonderlich bedrohlich,
welche Automatismen der Körper beherrscht. Selbst wenn man sich diese
Bewegungs- oder Verhaltensmuster vergegenwärtigt, ist es sehr schwer
diese abzuschalten. Ein Impuls den der Körper erhält, sich z.B.
hinzusetzen, wird sofort routineartig ausgeführt. Nur ist die Routine
nicht immer der richtige Weg, gerade was Kraft- und Energieaufwand für
den Körper angeht. Es ist wirklich sehr schwierig all meine Erfahrungen
in Worte zu fassen, da es einfach für uns so ungewohnt ist auf den Körper
zu hören, oder dem Körper (tatsächliche, in Gedanken ausgesprochene
) Befehle zu geben, sodass man sich selten darüber unterhält. Man
kann also nur beschreiben wie es sich anfühlt. Aber jeder fühlt
etwas wenn er zum Beispiel an seine rechte Hand denkt. Die Hand war vorher
auch schon da, aber durch das Denken daran, fängt sie leicht an zu kribbeln
oder wird schwer oder gar leicht ,...usw... man fühlt sie auf einmal.
Das ist für mich schon ein Beweis genug, dass man mit Alexander-Technik
viel über seinen eigenen Körper in allerlei Hinsicht lernen kann.
Sei es die Bewegungsfähigkeit, Verspannungen, Haltung, die Orientierung
im Raum beim Tanzen oder das Raumgefühl bei der Schauspielerei oder dem
Gesang. Es fängt bei so kleinen Dingen an, auf die man achtet und bewegt
so viel.....